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meine sinnlose existenz

Ich kam als zweites Kind einer Frau auf die Welt, die unter dem Borderline Syndrom leidet. Dass Kinder die Mutter glücklich zu machen haben, war ihre Grundeinstellung, aber dazu komme ich noch später. Meinem Vater, seines Zeichens stockschwul, und psychisch gepeinigt (ungewolltes Heimkind), erzählte man in jungen Jahren, dass das so ist, dass man als Mann eine Familie gründen muss, und so kamen wir (mein Bruder und ich) auf die Welt. Meine Mutter erzählte mir, dass sie nur zweimal Sex hatten. Die Scheidung war vorprogrammiert, denn mein Vater war anders gepolt und entledigte sich lange Zeit seiner Verantwortung - selbst finanziell bis ihm ein Richter mit Haftstrafe drohte - dann folgten Allimente. Heute ist er darauf stolz - sagt, dass es Väter gebe, die sich ins Ausland absetzen. PS: er wundert sich bis heute, dass weder mein Bruder noch ich etwas mit ihm zu tun haben wollen - er ist sozusagen gleich doppelt arm dran, weil er nicht gerade der Hellste ist. Meine Mutter, die grundlos überfordert war, schlug uns und tat auch sonst Dinge, die man als Kindesmissbrauch bezeichnen könnte, und strafbar sind, weil sie gesehen hat, dass Kindeserziehung in Wahrheit harte Arbeit ist, und es sich nicht so wie in ihrer heißgeliebten, völlig weltfremden "Unsere kleine Farm"- Scheinwelt abspielt. Meine Meinungsbildung über Frauen war vorbelastet und sollte sich im Verlauf meines Lebens nicht bessern. Man merkte sehr früh, dass etwas mit mir nicht stimmte. Ich kann es mir nur so erklären, dass mein Bruder mehr nach der Familie meiner Mutter kommt (psychologisch stabiler, besseres Genmaterial), während ich viel vom Genpool der Familie meines Vaters abbekommen habe (wir sehen uns sehr stark ähnlich, Hang zur Sucht). Ich litt sozusagen mehr als mein Bruder, obwohl wir die gleiche Kindheit erlebt haben, weil er psychisch stabiler ist. (Mein Bruder ist genau das Gegenteil von mir: groß, intelligent, übt einen tollen beruf aus, hat Frau und Kind). In Kindergarten und Co. fiel ich auf, aber geholfen hat mir nie jemand. Erst gegen Ende der Volksschule zwang man mich zur Therapie, doch es war bereits zu spät. Ich wurde aufgrund meiner Andersartigkeit immer gehänselt, und zwar so lange, bis es einen Knackpunkt gegeben hat (der Anfang des Narzißmus). Ich entwertete meine Mitmenschen (eine Überlebenstaktik), um mich selbst besser fühlen zu können. Ab da setzte ich mich auch sonst gekonnt zur Wehr. Als Kind und Jugendlicher war man mit meinem Verhalten nicht einverstanden, aber mit zunehmendem Alter konnte ich es besser, und mir wurde es immer mehr zum Graus, dass man mich einfach nur erziehen wollte. Ich wurde aufgrund auftretender Selbstmordgedanken zum Meister der Selbstüberbewertung, denn es galt ein Manko auszugleichen, nämlich jenes, nicht so gut wie andere zu sein. Heute stehe ich als Versager da. Ich gehe einer Schwarzarbeit nach, weil ich eines tunlichst vermeiden möchte: der Staat, die Gesellschaft, die mir eingeredet hat, dass ich nicht gut bin, soll nicht auch noch dafür belohnt werden, nein, man soll für mich zahlen und zwar bis an mein Lebensende. Nachteil: ich lebe in relativer Armut, weil ich (nur) einer Schwarzarbeit nachgehe, obwohl ich mehr aus mir hätte machen können. Ich bin heterosexuell, fange jedoch bereits an, eine Frau zu hassen, sobald sie den Mund aufmacht (nicht alle, aber viele), weil ich gewissen Anforderungen nicht gewachsen bin, und ich mich deswegen schlecht fühlen darf. Ich bin ein typischer Versager, aber ich sage dazu immer, dass man mich dazu gemacht hat. Es hätte ein zu hohes Maß an Anstrengung erfordert, und deswegen bin ich heute sehr, sehr reizbar, wenn mir irgendjemand etwas von "meiner Schuld" erzählen will. Diese Schuld ist zwar theoretisch richtig, aber was wird für gewöhnlich aus Menschen wie mir? Mindestens schwer psychisch gestörte Individuen bis hin zum Frauenmörder. Tja, und weil ich so gegen KIZ Wien und Psychiatrie wettere - die können auch nichts dafür, weil sie 1.) dem System dienen, in dem sich keiner umbringen muss, weil alles in diesem beschissenen Land so schön ist und 2.) weil es ungerecht ist, dass Menschen nicht die gleichen Chancen haben, und so ließ man mich (mit Krücke) zum 100-M-Lauf antreten. Ganz toll, ihr Idioten! Auch wenn ich heute tunlichst vermeide auf die Straße zu gehen, und dazu stehe, lieber alleine zu sein, so weiß ich auch, dass das nicht ganz normal ist, und ich die Gründe dafür nur zu gut kenne. Mein Leben ist komplett sinnlos, aber um es auszuhalten, habe ich in der Psychiatrie Cannabis als Medizin für mich entdeckt. Es hilft mir phasenweise einen Sinn hinter dem zu erkennen, was ich tu, sonst würde ich keinen Funken Lebensfreude verspüren. Ergo kann man sagen, dass ich vorbelastet war, aber in meiner Jugend immer für mich gekämpft habe. Der Gesellschaft als Mitglied und Frauen als Partner war ich jedoch immer zu strange. Deswegen hasse ich dieses System, das Schwache ausgrenzt und diskriminiert.

Der Grund weshalb keine Therapie (im Zuge eines Psychiatrieaufenthalts und darüber hinaus) etwas geholfen hat, ist auch ziemlich eindeutig. Man hat sofort gemerkt, dass ich ein mangelndes Selbstwertgefühl habe. OK. Was hat man gemacht? Man hat mich ständig über den grünen Klee gelobt. Warum das nichts bringt? Naja, ich bin nicht dumm. Therapeuten bekommen Geld dafür, dass sie solche Methoden anwenden. Menschen auf der Straße nicht. Therapeuten sagen, was ich nicht alles gut kann, Menschen auf der Straße diskriminieren mich. Was ist realistischer? Jemand hier mir durch die Blume geschrieben, dass ich selbst schuld bin, weil ich mich von der Meinung anderer abhängig mache. Naja, das ist schon richtig, und man kann es nicht jedem Recht machen, aber nur wer bereits als Kind gehänselt wurde, kann das verstehen. Außerdem stehe ich mit Frauen nicht so gut, aber auch nicht nur wegen meiner Mutter, sondern wegen schlechter Erfahrungen, die ich gesammelt habe. Ich bin ein uninteressanter Mann, weil ich für einen Mann zu klein geraten bin und kein Geld habe. Die Misanthropie ist eine logische Folge falschen Verhaltens durch meine Mitmenschen. Es geht gar nicht mal so sehr darum, dass ich mich nicht zur Wehr setzen kann, und man alles mit mir machen kann. Es geht um die Traurigkeit, die mich überkommt, wenn ich mir die Menschen auf Wien's Straßen ansehe - die erzeugt die Suizidgedanken. Aber es würde eine Lösung geben: reich sein, denn dies beinhaltet nie wieder von irgendeinem Amt oder anderen beschissenen Menschen abhängig zu sein, und sich trotzdem etwas (mehr) leisten zu können. Nie wieder in Straßenbahnen, U-Bahnen und Co. fahren müssen (mit dem Abschaum namens Mitmensch). Frauen würden mich dann auch interessanter finden, denn Frauen sind eigentlich allesamt geldgeil, aber auch nur, weil Geld Mittel zum Zweck ist, und sie meistens den Versorgertypen suchen. Ich bin 30 Jahre alt und habe mehr als die Hälfte meines Lebens hinter mir. Es war absolut nicht lebenswert.


Du sprichst mir aus der Seele.
Deine Geschichte klingt wie meine.
Du hast auch völlig Recht, das schlimmste ist die andauernde Traurigkeit.
Diese Welt die uns verachtet obwohl wir ihr nie etwas getan haben...

Hier scheint es einigen recht ähnlich zu ergehen, ich kann mich mit dieser Lebensgeschichte auch zum Teil recht gut identifizieren, und ich kenne die permanente Traurigkeit und Ausweglosigkeit fast mein gesamtes Leben..